Fränzi Kühne diversity

Diversity — den Willen zur Vielfalt laut aussprechen (Fränzi Kühne)

Fränzi Kühne (Torben, Lucie und die gelbe Gefahr) genießt den Komfort von Tech und ist bereit, dafür auch Teile ihrer Privatsphäre preiszugeben. Für sie ist die Frauenquote ein nötiges, wenn auch unelegantes Werkzeug. Deutschlands jüngste Aufsichtsrätin appeliert im #ada18-Interview an alle etablierten Unternehmen, die Diversität leben wollen, den Willen zur Vielfalt auch laut auszusprechen.

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Fränzi Kühne im #ada18-Interview

Fränzi, Du sagst, dass Du jede Menge Respekt für Tech hast. Hast Du auch Respekt vor Tech? In welchen Bereichen sind die Möglichkeiten von Tech creepy?

Fränzi Kühne: Nein. Da bin ich ganz Optimistin. Ich genieße den Komfort und bin bereit, dafür auch Teile meiner Privatsphäre preiszugeben. Meist geht „creepy tech“ ja mit einer gewissen Uninformiertheit auf Nutzerseite einher. Und da wird es eher creepy: Wie viele Menschen bestimmte Technologien und Tools als selbstverständlich annehmen, keine Fragen stellen und sich dann betrogen fühlen, wenn bestimmte Fakten offen diskutiert werden. Man könnte hoffen, dass die Cambridge-Analytica-Geschichte daran etwas ändert, aber am Ende braucht es mehr als eine Sensationsgeschichte, um da nachhaltig was zu ändern.

Du bezeichnest Dich bei Instagram Stories als Late Adopter. Gab es einen Digital-Trend, der Dich schon in der Anfangsphase fasziniert hat und in den Du Dich als Early Adopter früh eingefuchst hast?

Fränzi Kühne: Nun, Instagram an sich. Für mich waren digitale Tools ja sehr lange vor allem Bildertools – mein Laptop war vor allem mein Fotoalbum. Da war Instagram sofort mein Ding!

Du bist seit Kurzem im Stiftungsrat der Allbright Stiftung, die sich für Diversität in der Wirtschaft engagiert, aktiv. Was sind simple, erste Schritte, die jedes Unternehmen gehen kann, um sich diverser aufzustellen?

Fränzi Kühne: In Startups und bei Neugründungen ist es relativ einfach: Das Ausgangsteam muss so divers wie möglich aufgestellt werden. Am Ende reproduziert sich Diversität ebenso selbst wie Homogenität. Deshalb ist die Frauenquote ja auch ein nötiges, wenn auch unelegantes Werkzeug. In etablierten Unternehmen beginnt alles mit dem Willen und der Überzeugung. Wenn der Wille zur Vielfalt nicht laut ausgesprochen wird und niemand weiß, wozu sie gut sein soll, werden alle praktischen Maßnahmen verpuffen.

Bei Torben, Lucie und die gelbe Gefahr (TLGG) hast Du vielseitige Einblicke in die deutsche Wirtschaft. Gibt es branchenübergreifend Bereiche, in denen die Unternehmen die meiste digitale Hilfe benötigen?

Fränzi Kühne: Wir haben es mit TLGG gern vermieden, zu generalisieren und goldene Regeln zu formulieren. Die deutschen Industrien, Branchen und Unternehmen sind an vielen unterschiedlichen Punkten der Digitalisierung und der Annahme, Implementierung und Entwicklung von Tools und Methoden. Change Management ist sicher bei den meisten ein fordernder Punkt, aber selbst da fällt mir ein einheitliches Urteil schwer. Tut mir leid, ich habe hier keine kurze Antwort.

Wir freuen uns, dass Du bei #ada18 dabei bist. Worauf freust Du Dich?

Fränzi Kühne: Natürlich freue ich mich generell auf Gespräche mit vielen kluge Frauen voller Wissen. Aber ich weiß auch, wie sehr ich die Gesellschaft von Verena Pausder genießen werde. Die ist toll.

 

Gemeinsam mit zwei Partnern ist Fränzi Kühne Gründerin und Geschäftsführerin der Agentur für Digital Business, Torben, Lucie und die gelbe Gefahr. Die 2008 gegründete Agentur ist heute 170 Mitarbeiter stark und zweifacher Träger des Titel „Agentur des Jahres“ des Deutschen Preises für Onlinekommunikation. Seit Januar 2015 ist sie als Partner des CRM-Spezialisten RAPP Teil des weltweit zweitgrößten Kommunikationsnetzwerks Omnicom.
Die von der gebürtigen Berlinerin betreuten Projekte demonstrieren anschaulich, welches Potenzial der technologische und kulturelle Wandel Unternehmen und Marken bietet. Als Projektleiterin steuert Fränzi Kühne Abläufe und Prozesse innerhalb der Agentur, pflegt Unternehmenskultur und prägt den kommunikativen Stil des Unternehmens intern wie extern.
Als Projektmanagerin bei der Frogster Interactive Pictures AG, als Redakteurin und als freie Autorin für verschiedene Online-Magazine schärfte Fränzi Kühne ihr digitales Profil. Im November 2014 kürte sie EDITION F neben Kandidatinnen wie Gesche Joost und Constanze Kurz zu einer von 25 Frauen für die digitale Zukunft. Seit Juni 2017 ist sie Mitglied im Aufsichtsrat der Freenet AG und damit Deutschlands jüngste Aufsichtsrätin in einem börsennotierten Unternehmen.