Was macht eigentlich ein VR-Entwickler? (David Kuri, Volkswagen AG)

Virtual Reality erobert den Autobau. Dank ausgeklügelter VR-Tools lassen sich etwa neue Autos designen – schnell, flexibel, effizient. David Kuri programmiert diese Software.

Virtuell zu neuen Modellen.

David Kuri ist in eine andere Welt abgetaucht. In dieser Welt baut er gerade ein neues Auto. Kein echtes, ein virtuelles. Im Grunde baut er es auch nicht, er entwirft es: die Karosserie schön aerodynamisch, die Scheinwerfer kreisrund, an den Türen sitzen schmale Griffe – all das zeichnet Kuri mit kräftigen Hand- und Armbewegungen in die Luft. Den Entstehungsprozess verfolgen die Umstehenden auf einem Computerbildschirm. David Kuri selbst kann ihn in seiner Welt beinahe real erleben, räumlich in 3-D, er kann in seiner Welt herumgehen, das Auto von oben und von der Seite anschauen – dank einer VR-Brille, die er vor seinen Augen trägt. Kuri ist kein Designer. Aber zu seinem Job bei Volkswagen gehört es, Designer und Ingenieure bei ihrer Arbeit zu unterstützen – durch Software. Mit deren Hilfe gestalten Designer das Aussehen neuer Volkswagen Modelle bis ins Detail: virtuell, ohne auch nur einen Werkstoff verbauen zu müssen.

Wichtig für die Produktentwicklung.

David Kuri ist VR-Developer. Zusammen mit etwa dreißig Kollegen und Kolleginnen arbeitet er im Werk Wolfsburg im Virtual Engineering Lab der Konzern-IT von Volkswagen. Dessen übergeordnete Aufgabe lautet, die Technische Entwicklung und das Design dabei zu unterstützen, Prozesse zu digitalisieren. Zum Beispiel die Gestaltung eines Autos mittels VR. „Als ich vor zwei Jahren hier angefangen habe, waren wir noch zu dritt“, sagt Kuri. Das unglaubliche Tempo, mit dem die Abteilung gewachsen ist, illustriert den ungeheuren Wandel, den die Digitalisierung bewirkt. Und es zeigt zugleich die Bedeutung, die Volkswagen dem Einsatz von Virtual-Reality-Technologie für die Produktentwicklung beimisst. Es geht darum, an vielen Stellen Prozesse zu beschleunigen, orts- und zeitungebunden zusammenzuarbeiten, um Produkte früher auf den Markt zu bringen.

Vorbilder sind 3-D-Spiele.

Kuri und das Team im Virtual Engineering Lab leisten dabei Pionierarbeit. „Der oberste Grundsatz lautet: Unsere Software schreiben wir selbst!“, sagt der 26-Jährige. Die Herausforderung sei, Tools zu bauen, die Designer und Entwickler anschließend leicht bedienen und effizient anwenden können. „Im Moment arbeiten wir an einem Software-Modul, das dafür sorgt, die Stufen des virtuellen Designs zu speichern“, sagt Kuri. Das ist wichtig, um Designideen zu testen und, falls nötig, verwerfen zu können, ohne den schon erreichten Stand einzubüßen. „Die Spieleindustrie treibt die Entwicklung im VR-Bereich unheimlich voran“, sagt Kuri. Davon profitieren er und seine Kollegen im Lab. „Wir sind nah dran an den Innovationen, die die Spieleindustrie hervorbringt. Wir benutzen die gleichen Werkzeuge wie die Entwickler dort.“

Im Sprint ans Ziel.

Sechs bis acht Monate nehmen sich die Mitarbeiter Zeit für ein Projekt, dann reichen sie es in der Regel an andere Abteilungen weiter, die etwa für Wartung, Schulung und Support zuständig sind. „Wir arbeiten hier im Virtual Engineering Lab agil nach der Scrum-Methode“, sagt David Kuri. Das heißt, in kurzen Sprints wird die Aufgabe Schritt für Schritt in einem engmaschigen Austausch von Informationen gemeinsam erledigt. Anwendungsgebiete für Virtual Reality sieht David Kuri bei Volkswagen jede Menge, etwa bei der Simulation von Aerodynamik. „Es gibt einen großen Bedarf an virtuellen Fahrzeugtests“, sagt er. Dabei können die Autos virtuell in verschiedene Fahr- und Umgebungssituationen gebracht werden. „In der virtuellen Realität kurvt der Wagen dann durch eine Hügellandschaft in Süditalien, oder er brettert über eine Autobahn in Norddeutschland“, sagt der VR-Entwickler. Für den Programmierer macht das keinen Unterschied.

Advertorial: Die Volkswagen Group ist ein Premium Partner des Ada Lovelace Festivals 2018.