Die Integration in ein Unternehmen zerstört die Kultur eines Start-Ups

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Start-ups Integration Halecker

Auch wenn sich Berlin zur europäischen Hauptstadt der Start-ups aufschwingt, hat Deutschland laut Bastian Halecker, Gründer & Organisator der Initiative „Start-up Tour Berlin”, aber noch einen großen Nachholbedarf was das Gründen  angeht. Anstelle Start-Ups in Unternehmen zu integrieren, plädiert Halecker für eine Partnerschaft auf Augenhöhe, sonst drohe das Scheitern eines Projekts.

Bastian Halecker moderiert bei Business After Future  gemeinsam mit Thomas Andrae von 3M das „Start-up Speed-up“, bei dem Berliner Start-ups aus verschiedenen Branchen ihre Ideen und Geschäftsmodelle präsentieren.

 

Herr Halecker, Start-ups faszinieren und überraschen uns immer wieder mit neuen Ideen. Brauchen wir dennoch mehr Gründergeist in Deutschland?

Definitiv. Berlin ist auf einem guten Weg sich als Gründerhauptstadt in Europa zu etablieren. Insgesamt hat Deutschland aber noch einen großen Nachholbedarf was das Gründen insgesamt betrifft. Neuste Studien zeigen zudem, dass die meisten Absolventen von Hochschulen in den öffentlichen Dienst wollen und keinerlei Interesse am Gründen haben. Das muss sich ändern.

Während Start-ups wie Pilze aus dem Boden schießen, kämpfen traditionelle Großunternehmen teilweise ums Überleben. Wie passen Old und New Economy zusammen?

Aus meiner Sicht ergibt sich aus der Partnerschaft beider Welten ein enormes gesamtwirtschaftliches Potenzial. Etablierte Unternehmen besitzen in der Regel finanzielle Mittel, eine Marke und einen großen Kundenstamm. Start-ups dagegen haben innovative Idee, sind experimentierfreudig und sind überaus agil. Wenn beide Seite auf einer partnerschaftlichen Ebene zusammenkommen, verbindet sich die Kraft der Großen mit der Agilität der Kleinen und damit werden komplett neue Dinge möglich.

Häufig hört man die Frage „Was können große Unternehmen von Start-ups lernen?“ – Sollte man diese Frage stellen oder vergleicht man hier Äpfel mit Birnen? Worauf sollten sich etablierte Unternehmen konzentrieren?

Grundsätzlich sollten etablierte Unternehmen jetzt schon angefangen haben sich mit den Denk- und Arbeitsweisen der neuen digitalen Welt auseinanderzusetzen. Dabei sind unterschiedliche Formate denkbar. Von ersten Sensibilisierungs-Events bis hin zu temporären Projektarbeiten gemeinsam mit Start-ups gibt es bereits viele Beispiele die zeigen, wie Unternehmen anfangen zu lernen und sich auf die neuen Dinge einstellen. Absehen sollten die Unternehmen von unüberlegten Akquisitionen mit klassischen M&A Instrumenten. Schnell kommt es zum „hugging to death“.

Was ist Ihr Paradebeispiel für eine gelungene Integration eines Start-ups in ein Unternehmen, bei dem beide Seite profitieren?

Ich kenne keines. Jedes Start-up würde bei einer Integration erst an Geschwindigkeit verlieren, dann würde die Kultur zerstört werden und letztendlich würde das gesamte Projekt scheitern. Partnerschaften auf Augenhöhe initiiert durch „Brückenbauer“ zwischen den beiden Welten sind der Schlüssel zum Erfolg.


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