Wie die Telekom frühzeitig die besten Startups für sich gewinnt…

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Peter Borchers ist Gründer und Leiter von hub:raum, dem in Berlin, Krakau und Tel-Aviv ansässigen Telekom Inkubator. Im Interview verrät Borchers, wie die Telekom frühzeitig die besten Startups für sich gewinnt.

Herr Borchers, was ist hub:raum? Ein Inkubator, ein Accelerator, ein Start-up Ecosystem? Wie erklären Sie Leuten außerhalb Ihrer Firma, was Sie genau machen?

Peter Borchers:  Wir bezeichnen uns als Inkubator – unabhängig davon wie wir heißen ist aber unser Ziel, Startups bestmöglich zu unterstützen und gleichzeitig natürlich auch einen positiven Effekt für die Telekom zu erzielen. Bei uns bedeutet das: Startup-Teams bekommen vier Dinge: a) Bis zu 300.000 Euro Startkapital
b) Arbeitsplätze auf unserem Campus in Berlin oder Krakau
c) Aktive Unterstützung durch unser Netzwerk und das hub:raum-Team selber und
d) Zugang zur Reichweite und Schwungmasse eines großen internationalen Konzerns wie der Telekom. Im Gegenzug erhalten wir typischerweise zehn bis 15 Prozent Anteile an den Firmen. Für die Telekom ist das außerdem ein mittlerweile probates Mittel, frühzeitig mit den besten Startups in den für uns relevanten Segmenten wie bspw. IoT (Internet der Dinge) in Kontakt zu kommen und deren Services mit unseren eigenen Produkten zu verknüpfen, beispielsweise als differenzierenden Produktbestandteil, als Vorprodukt oder im Rahmen einer Vertriebspartnerschaft.

Arbeiten Sie auch mit Startups zusammen ohne in sie zu investieren?

Borchers: Ja, neben unserem oben beschriebenen Incubator-Programm nehmen wir laufend auch Teams auf, ohne zu investieren und auch ohne Anteile zu nehmen. Dafür haben wir beispielsweise im vergangenen Jahr das „ChallengeUp“-Programm zusammen mit Intel und Cisco ins Leben gerufen. Hier unterstützen wir 24 Startups über einen Zeitraum von sieben Monaten hinweg. Wegen des großen Erfolgs des Programms führen wir es auch dieses Jahr wieder durch. Stationen des Programms waren und sind u.a. Berlin, Krakau, Bonn, London und Dublin. ein weiteres Anfang 2016 gestartetes Programm ist „Go Ignite“, bei dem wir Startups zusammen mit Singtel, Telefonica und Orange unterstützen.

 Brauchen wir noch mehr Gründergeist in Deutschland?

Borchers: Ja! Denn davon kann es nie genug geben. Wir können zwar seit einigen Jahren einen neuen Gründerboom beobachten. Aber pro Kopf sind wir noch immer weit hinter anderen Ländern, wie etwa Israel zurück.

Im letzten Jahr sind Sie als „Best Incubator/Accelerator“ ausgezeichnet worden. Herzlichen Glückwunsch! – Was hat aus Ihrer Sicht den Ausschlag gegeben?

Borchers: Vielen Dank! In der Laudatio hat Frank Schmiechen, der Chefredakteur von „Gründerszene“ insbesondere die messbaren Ergebnisse hervorgehoben – und die sind ja bekanntlich unbestechlich :-). Seit unserer Gründung im Frühjahr 2012, also ganz zu Beginn des mittlerweile wahren Booms an Corporate Startup-Aktivitäten, haben wir in der Tat eine ganze Reihe von tollen Startups fördern dürfen. Darunter sind Unternehmen wie Blinkist, die mittlerweile weltweit, inkl. in den USA, super erfolgreich sind und längst auch US-Investoren an Bord haben. Vigour, die heute weltweite Medienhäuser wie bspw. Viacom zu ihren Kunden zählen oder Flexperto, die binnen eines Jahres zu einem der Marktführer im Bereich Digitale Kundenschnittstelle/e-Service im Bereich Versicherungen/Banken geworden sind. Mit Salonmeister hatten darüber hinaus außerdem einen tollen Exit, also den Verkauf unserer Anteile zu einem mehrfachen des Einstiegspreises.

Was ist Ihr persönliches Paradebeispiel für eine gelungene Integration eines Start-ups in ein Unternehmen, bei dem beide Seite profitieren?

Borchers: Ich möchte hier eigentlich gar nicht ein einzelnes Team hervorheben, weil es bereits in so vielen Fällen gelungen ist, wirklich Wert für beide Seiten zu stiften. Dazu zählen unter anderen Screemo, Scenic, Contiamo, HiPark, ProGlove.


Peter BorchersPeter Borchers ist Gründer und Leiter von hub:raum, dem in Berlin, Krakau und Tel-Aviv ansässigen Telekom Inkubator. Er ist außerdem Mitgründer und Mitglied des Leitungsgremiums der ESCP Unternehmerschule und Mitglied des Beirats „Junge Digitale Wirtschaft“ beim Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Peter Borchers spricht bei Business After Future 2016 darüber, wie die Zusammenarbeit mit Startups etablierten Unternehmen helfen kann, die Herausforderungen der Digitalen Transformation zu meistern. Und was Sie dabei beachten sollten.

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