„Das Smartphone hat seinen Zenit langsam erreicht“ – Interview mit Maik Klotz

Interview mit Maik Klotz, Rock’n Rolla, Speaker & Design Thinker für die Themen Mobile, Banking & Payment. Er spricht die Abschlusskeynote der Convention 3 zur „Zukunft des Zahlungsverkehrs“.

Herr Klotz, die Payment-Szene kennt Sie als kreativen Vordenker, der unter dem Pseudonym „klotzbrocken“ aber auch gerne ungeschönte Wahrheiten in die Welt twittert. Was läuft denn beim Thema Mobile Payment gerade aus Ihrer Sicht richtig gut?

Maik Klotz: Das kommt auf den Standpunkt an. Ich denke für die aktuellen Anbieter mobiler Bezahlverfahren läuft es im Moment nur mittelgut. Das liegt vor allem daran, dass nun mit Apple Pay und Android Pay zwei mächtige Lösungen in den Markt drängen. Gerade bei Apple legt man großen Augenmerk auf Usability und Design, was letztendlich dem Konsumenten zu Gute kommt. Auch ist die Technologiefrage endgültig geklärt und mit NFC ein Standard gesetzt der bis 2018 flächendeckend in Deutschland benutzt werden kann – nicht nur mit Mobile Payment sondern auch mit NFC-fähigen Kreditkarten und Wearables wie die Apple Watch. Kurzum: Konsumenten müssen sich keine großen Gedanken mehr machen und können wenn Apple Pay dann auch nach Deutschland kommt, schnell loslegen da Apple das onboarding, die Registrierung drastisch vereinfacht hat. Vor allen Dingen ist Apple Pay oder Android Pay kein Produkt im klassischen Sinne, sondern Feature des iPhone bzw. Betriebssystem. Der Konsument kann es nutzen, muss aber nicht.

Mobile hin oder her, mittlerweile wird überall über Smartwatches, Wearables und Co. gesprochen. Ist das Smartphone vielleicht nur eine Übergangslösung?

Maik Klotz: So wie jede Technologie irgendwie eine Übergangslösung darstellt, bis was neues kommt. Ich denke das Smartphone hat seinen Zenit langsam erreicht und die Wearables werden immer mehr Funktionen, die heute noch dem Smartphone inne sind, übernehmen. Das Smartphone entwickelt sich immer mehr zu einem Daten-Hub oder Server der die unterschiedlichen Wearables befüttert.

Ein mögliches Zukunftsszenario des Zahlungsverkehrs beschreiben Sie bargeldlos, sogar gerätelos. Was glauben Sie, trifft davon ein?

Maik Klotz: Ich denke in Zukunft geht es vor allem um die digitale Identität und diese ist biometrisch gesichert. Anders gesagt: Ich denke das wir in den nächsten Jahren auch biometrische Lösungen an der Kasse finden werden. Im Prinzip finden wir die Technik schon heute am Smartphone, warum also auch nicht am Geldautomaten oder an der Kasse?