Jenny von Podewils – wir werden in Zukunft immer enger mit Maschinen zusammenarbeiten


Jenny von Podewils ist Co-Founderin des HR Tech-Startups Leapsome. Mit Hilfe einer intelligenten Software-Plattform unterstützt will das Start-up anderen Unternehmen dabei helfen, eine produktivitäts- und innovationsfördernde Feedback- und Lernkultur zu schaffen. Kompetenzen sollen so möglichst effizent eingesetzt und die Kreativität in der Zusammenarbeit gefördert werden. Wir haben auch Sie gebeten uns einen persönlichen Questionaire zu beantworten.

Der digitale Wandel erfasst alle Bereiche der Gesellschaft – blicken Sie optimistisch oder pessimistisch in die Zukunft?

Definitiv optimistisch! Durch neue Technologien erhalten beispielsweise immer mehr Menschen weltweit Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung oder sauberer Energieversorgung. Das ist doch ein riesiger Fortschritt. Ich glaube aber auch, dass wir den technologischen Wandel aktiv so gestalten müssen, dass alle davon profitieren können und das ist unserer aller Verantwortung als Konsumenten, Bürger, Entwickler und Unternehmer.

Welche technologische Entwicklung finden Sie derzeit am interessantesten und warum?

Am interessantesten und weitreichendsten ist sicherlich der technologische Fortschritt im Bereich der künstlichen Intelligenz insbesondere beim Deep Learning. Dadurch können immer mehr kognitive Fähigkeiten automatisiert werden und wir werden in der Zukunft noch viel enger mit Maschinen zusammenarbeiten.

Brauchen Unternehmen heute zwingend einen CDO – also einen Experten, der sich bereichsübergreifend um die Digitalisierung des Unternehmens kümmert?

Da bin ich eher ambivalent. Vielleicht kann ein CDO Impulsgeber sein und für die Digitalisierung eines Unternehmens intern werben. Ultimativ müssen sich aber alle Teile einer Organisation aktiv mit der Digitalisierung auseinandersetzen. Die Digitalisierung eines Unternehmens ist kein Projekt, das irgendwann abgeschlossen sein wird. Unternehmen müssen sich in ihren Strukturen, Prozessen und Kultur fundamental wandeln, um mit der neuen Komplexität des Marktes und der Geschwindigkeit der Veränderungen arbeiten zu lernen.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Fehler passieren, wenn man Neues ausprobiert und experimentiert. Wenn es keine Fehler gibt, wird meist einfach nicht genug gewagt, sondern man bewegt sich im Bereich der „Comfort Zone“, des ewig Sicheren und des bereits Bekannten.

Was motiviert Sie?

Eine klare Vision. Die Überzeugung an etwas zu arbeiten, das relevant ist und etwas zum Positiven verändern kann. Der Austausch und die Zusammenarbeit mit spannenden Menschen.

Was wollten Sie als Kind werden?

Diplomat.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?

TedTalks schauen.

…und offline?

Draußen in der Natur sein.

Facebook, LinkedIn, Twitter, Instagram….ganz woanders – in welchem sozialen Netzwerk sind Sie am liebsten unterwegs?

Ganz langweilig – am meisten auf Facebook, weil man dort mit diversen Bekannten in Kontakt bleibt, und dann ab und an doch wieder ein schöner persönlicher Austausch daraus erwächst.

An welchem Ort kommen Ihnen die besten Ideen?

Morgens im Bett direkt nach dem Aufwachen, wenn der Kopf komplett frisch ist und sich alle Gedanken neu ordnen und verknüpfen konnten.

Wann haben Sie das letzte Mal einen Brief mit der Hand geschrieben?

Das mache ich ab und an. Ich schreibe einen Brief an gute Freunde. Den letzten erst vor kurzem an eine Freundin zu ihrem 30. Geburtstag.

Benötigen Sie von Zeit zu Zeit eine Art „Digital Detox“? Wenn ja, was tun Sie dann?

Ja, manchmal lasse ich mein Handy wenn ich draußen auf dem Land bin mal einen ganzen Tag lang aus. Dann geht der Ruhe-Puls auch gleich ein paar Takte runter, das weiß ich dank des Fitbits. 🙂

Welche Tätigkeit würden Sie sich gerne von einem Roboter abnehmen lassen?

Auto fahren. Es ist so eine Zeitverschwendung selbst zu fahren und außerdem wäre es viel sicherer. Lieber würde ich mir die Landschaft anschauen, mich auf ein Telefonat konzentrieren oder etwas im Auto lesen, als stumpf auf die Straße zu gucken.