Fränzi Kühne: Digitaloptimistin & Instastory-Fan


Fränzi Kühne D-Suite

Auch wenn sich Fränzi Kühne (COO bei Torben, Lucie und die gelbe Gefahr GmbH) als Digitaloptimistin beschreibt, sieht sie große Defizite im Bildungsbereich, Verständnis für neue Technologien zu vermitteln. Sie nutzt Instagram-Stories als TV-Ersatz und hofft, dass sie in ihrem Leben an den richtigen Stellen schrauben und die Welt ein Stück verbessern kann.

Im Vorfeld der WirtschaftsWoche #dsuite18 haben wir den diesjährigen SpeakerInnen dreißig Fragen gestellt, die sich mal mehr und mal weniger um ihren digitalen, privaten oder beruflichen Alltag drehen. Die Interviewten suchen sich eine Handvoll Favoriten aus und verraten so mehr als nur den üblichen Lebenslauf über sich. Viel Spaß mit den DIGITAL DETAILS.

 

DIGITAL DETAILS mit Fränzi Kühne (COO, Torben, Lucie und die gelbe Gefahr GmbH)

Brauchen Unternehmen heute einen CDO – also einen Experten, der sich bereichsübergreifend um die Digitalisierung des Unternehmens kümmert?

Fränzi Kühne Auf jeden Fall muss das Handlungsfeld Digital im Vorstand besetzt sein, und das Verständnis für die Wichtigkeit und die Prinzipien digitaler Wertschöpfung und digitaler Geschäftsmodelle institutionalisiert werden. Die Digitalisierung von Unternehmen muss mehr sein als die Übersetzung traditioneller Prozesse ins Digitale – und um das voranzutreiben, braucht es mehr als einen Experten, der aus Erfahrung oft am Beharrungsvermögen der Unternehmensbereiche scheitert.

Blicken Sie eher optimistisch oder pessimistisch in die digitale Zukunft? Weshalb?

Fränzi Kühne: Ich bin definitiv Digitaloptimistin! Dennoch beunruhigt es mich, dass gerade im Bildungsbereich große Defizite vorherrschen, wenn es darum geht, Verständnis für neue Technologien zu vermitteln. Wenn es uns nicht gelingt, Schulen und Hochschulen in der Weise auszustatten, dass sie Kinder und nachfolgende Arbeitskräfte für den digitalen Wandel angemessen ausrüsten, sind alle weiteren Maßnahmen leider zu wenig, zu spät. Ich bin aber optimistisch, dass wir uns auf eine bessere Welt zubewegen, und sorge gern für Orientierung auf dem Weg dahin.

Auf welchen digitalen Netzwerken sind Sie am liebsten unterwegs?

Fränzi Kühne: Instagram. Die Stories unterhalten mich, sind ein guter TV-Ersatz und begleiten mich, wenn ich alleine reise. Daneben verwende ich aber auch Facebook und Swarm regelmäßig.

Was glauben Sie zeichnet eine Führungspersönlichkeit – insbesondere im digitalen Zeitalter – aus?

Fränzi Kühne: Offenheit und ein konstruktiv-kritischer Zugang zu Digitaltrends. Eine Führungspersönlichkeit im digitalen Zeitalter muss neue Technologien nutzen und verstehen – und vor allem die Verständnisgrenzen erkennen und bereit sein, zu lernen. Nicht nur um das eigene Unternehmen mit innovativen Ideen voranzubringen, sondern auch um potenzielle Gefahren zu erkennen, wie zum Beispiel in der Aushebelung von Datenschutzrechten. Es schadet halt nie, zu wissen, wovon man spricht.

Was möchten Sie einmal im Rückblick über Ihr Berufsleben sagen können?

Fränzi Kühne: Ich möchte eines Tages zurückschauen und sagen können, dass ich Vorreiterin und Vorbild war, an den richtigen Stellen schrauben und die Welt ein Stück verbessern konnte, im Allgemeinen und etwa im Bereich Corporate Governance auch im sehr Speziellen.